V-Ringe werden als Wellen- und Lagerdichtungen eingesetzt, z. B. gegen Schmutz, Staub, versprühte Wasseremulsionen usw.

Der V-Ring wird in der Regel direkt auf die Welle aufgesteckt, wo er durch seine eigene Haftkraft hält. Er dreht sich mit der Welle mit und dichtet axial gegenüber einer zur Welle senkrechten statischen Fläche ab. Die Dichtkante des V-Rings ist flexibel und übt auf die statische Fläche einen relativ geringen, aber zur Abdichtung ausreichenden Druck aus. Dieser geringe Druck ermöglicht in vielen Anwendungen sogar einen „Trockenlauf“. Durch die Zentrifugalkraft nimmt der Anpressdruck mit steigender Drehzahl ab, bis die Reibung bei einer Drehzahl von etwa 15–20 m/s auf Null sinkt.

Typen von V-Ringen:

Gängigste Werkstoffe für V-Ringe:

  • NBR – Nitril-Butadien-Kautschuk – für den allgemeinen Gebrauch
  • FPM (manchmal auch als FKM bezeichnet) – Fluorkautschuk, der häufigste Handelsname ist Viton – beständig gegen höhere Temperaturen und Chemikalien

Die Anforderungen an die Oberflächenrauheit und die Toleranzen des Wellendurchmessers sind relativ gering. Es ist zu beachten, dass je stärker der V-Ring auf die Welle gespannt werden muss, desto größer ist aufgrund seiner Verformung der Anpressdruck der Schneide des V-Rings. Der Zustand der Dichtfläche hat großen Einfluss auf die Funktion der Dichtung. Das abzudichtende Medium und die Drehzahl bestimmen, wie rau die Dichtfläche sein muss. Es ist wichtig, dass sie eben und glatt ist und keine scharfen Kanten aufweist. Um den vollen Abstreifeffekt des Mediums vom Ring zu erzielen, sollte der Einbauraum relativ frei sein. Ebenso wichtig ist es, einen möglichst geringen Spalt zwischen Welle und statischem Gegenstück zu erzielen, damit die Schneide des V-Rings bei der Montage nicht außerhalb der Dichtfläche gelangt.